„Hilf mir, es selbst zu tun“

Pädagogische Haltung

 

Mein Leitgedanke stammt aus der Montessori-Pädagogik: „Hilf mir, es selbst zu tun.“
Kinder sind von Natur aus neugierig und lernbereit. Ich sehe sie als eigenständige Persönlichkeiten, die durch Freiheit in klaren Grenzen lernen und wachsen.

Ich biete Anreize, begleite bei Bedarf, greife aber nicht zu früh ein. Kinder sollen eigene Lösungen finden dürfen – auch wenn das bedeutet, dass etwas Zeit braucht oder mal schiefgeht. Lernen geschieht im Tun, durch Wiederholung, Beobachtung und Nachahmung.

Meine Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Kinder Selbstvertrauen entwickeln können: durch kleine Aufgaben, Erfolgserlebnisse und das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Freiheit in Grenzen

Freiheit heißt nicht, alles zu dürfen – sondern zu lernen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Ich begleite die Kinder dabei, Regeln zu verstehen und Grenzen zu akzeptieren, ohne Angst oder Druck. Klare, liebevolle Konsequenzen helfen, Sicherheit und Orientierung zu geben.

Kinder dürfen bei mir entscheiden, wo und womit sie spielen, was sie essen möchten oder wann sie eine Pause brauchen – solange das in unsere gemeinsame Struktur passt. So erleben sie, dass ihre Meinung zählt, aber auch, dass gemeinsames Miteinander Regeln braucht.

Werte und Ziele

Ich möchte, dass die Kinder in meiner Betreuung lernen:

  • selbstständig und verantwortungsvoll zu handeln,
  • Vertrauen in sich und andere zu entwickeln,
  • achtsam mit ihrer Umwelt umzugehen,
  • empathisch und respektvoll miteinander umzugehen.

Mir ist wichtig, dass sie ihre Gefühle ausdrücken dürfen und lernen, Konflikte friedlich zu lösen. Fehler gehören dazu – sie sind Chancen, Neues zu entdecken.

Natur, Bewegung und Alltagserfahrung

Ich bin überzeugt, dass Kinder am besten durch Bewegung, Naturerlebnisse und echte Alltagssituationen lernen. Wir gehen täglich raus, erkunden Wege, sammeln Stöcker, Blätter, und was wir sonst noch so finden, beobachten Tiere und Pflanzen. Die Kinder helfen beim Tischdecken, Aufräumen, Betten vorbereiten – und erleben so, dass sie aktiv am gemeinsamen Alltag teilhaben können.

Die Natur bietet unzählige Lernmomente: Jahreszeiten, Wetter, Gerüche, Geräusche und das Erleben mit allen Sinnen. Bewegung an der frischen Luft fördert Gesundheit, Gleichgewicht und Konzentration – und macht einfach glücklich.

"Ich will laufen!"

Die motorische Entwicklung als Schlüssel zum Selbstvertrauen

 

In meiner Kindertagespflege steht die motorische Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt meiner pädagogischen Arbeit. Motorik ist weit mehr als Bewegung – sie ist die Grundlage für Selbstständigkeit, Selbstwirksamkeit und für ein gesundes Körperbewusstsein.

Mir ist es sehr wichtig, jedem Kind vielfältige und altersgerechte Möglichkeiten zur motorischen Entfaltung zu bieten – in jedem Moment des Tages, drinnen wie draußen, im Spiel und auch im Alltag.

Bei den „Chaosmäusen“ ist Bewegung kein „Extra“ oder ein eigenes Angebot – sie ist Teil jedes Tages und jeder Handlung. Ich gestalte den Alltag so, dass er viele natürliche Gelegenheiten bietet, sich zu bewegen, Dinge zu tragen, zu schieben, zu ziehen, zu stapeln, zu laufen oder zu klettern.

Für mich ist motorische Entwicklung untrennbar mit dem Ziel verbunden, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu stärken. Jede motorische Fähigkeit, die ein Kind sich aneignet, ist ein Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit

Mein Wusch ist es, dass jedes Kind bei mir spürt:
Ich bin stark. Ich kann etwas. Ich darf wachsen – in meinem Tempo, mit meinen Bewegungen.“

"Ena, was machen wir heute?"

Tagesablauf


Ein strukturierter Tagesablauf gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung. Wiederkehrende Rituale schaffen Vertrauen und erleichtern Übergänge. Gleichzeitig bleibt genug Raum für spontane Ideen, freies Spiel und individuelle Bedürfnisse.

Morgens begrüße ich jedes Kind persönlich. Diese ersten Minuten sind wichtig, um anzukommen und sich emotional einzustimmen. Danach folgt ein gemeinsames Frühstück – Zeit für Gespräche, Lachen und Austausch.

Im Vormittag liegt der Schwerpunkt auf Bewegung und Spiel. Wir gehen in den Wald, spazieren durch Hasloh oder besuchen Spielplätze. Bewegung fördert nicht nur Motorik, sondern auch Sprache, Sozialverhalten und Selbstvertrauen.

Freies Spiel hat bei mir einen hohen Stellenwert. Kinder lernen hier Selbstbestimmtheit, entdecken Interessen und entwickeln Kreativität. Ich beobachte, begleite und gebe bei Bedarf Impulse – ohne zu lenken.

Auf einen kleinen Snack folgt nun eine Ruhepause. Jedes Kind darf zur Ruhe kommen – mit Musik, einer Geschichte oder einem Mittagsschlaf.

Nach der Ruhepause gibt es Mittagessen und danach lassen wir den Tag ruhig ausklingen, bevor die Eltern ihre Kinder abholen.

Der Alltag ist nie starr, sondern richtet sich nach den Bedürfnissen der Gruppe. Manchmal wird länger gebaut, getanzt oder gemalt – manchmal genießen wir einfach das Zusammensein.

„Mami kommt wieder!“

Eingewöhnung – ein sanfter Start ins neue Abenteuer

 

Die Eingewöhnung ist ein wesentlicher und sensibler Schritt – für das Kind, für die Eltern und auch für mich als Tagespflegeperson. Damit der Start in die Betreuung gut gelingt, gestalte ich die Eingewöhnungszeit liebevoll, einfühlsam und individuell – in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell, jedoch mit viel Raum für die persönlichen Bedürfnisse jedes Kindes.

Vertrauen braucht Zeit – und Zeit bekommt es auch

Jedes Kind bringt seine ganz eigene Persönlichkeit, sein Tempo und seine bisherigen Bindungserfahrungen mit. Deshalb gibt es bei mir keine starren Vorgaben, wie lange eine Eingewöhnung dauern „muss“. Entscheidend ist: Wir geben dem Kind die Zeit, die es braucht, um sich wohl und geborgen zu fühlen.

Der Ablauf der Eingewöhnung (in Anlehnung an das Berliner Modell)

1.    Kennenlernphase:
In den ersten Tagen kommt das Kind gemeinsam mit einer vertrauten Bezugsperson für etwa 1–2 Stunden zu mir. Die Bezugsperson bleibt dabei präsent, aber möglichst passiv – sie ist der sichere Hafen, während das Kind die Umgebung erkundet.

2.    Erste Trennungsversuche:
Nach einigen Tagen und in Absprache mit den Eltern probieren wir die erste kurze Trennung – je nach Reaktion des Kindes nur für wenige Minuten. Ich achte sehr genau auf die Signale des Kindes: Wenn es bereit ist, bauen wir die Trennungszeit langsam aus.

3.    Stabilisierungsphase:
Schritt für Schritt verlängern wir die Betreuungszeit. Das Kind gewöhnt sich an die Abläufe, die anderen Kinder, die Umgebung – und natürlich an mich als neue Bezugsperson. Ich biete Nähe, Trost, Struktur und Sicherheit – so wächst Vertrauen.

4.    Abschluss der Eingewöhnung:
Wenn das Kind sich in meiner Gegenwart sicher fühlt, spielt, isst, sich trösten lässt und schlafen kann, gilt die Eingewöhnung als abgeschlossen. Ab diesem Moment kann der gemeinsame Alltag beginnen.

Die Rolle der Eltern: Mit Freude und Vertrauen begleiten

Mir ist es ein großes Anliegen, dass auch die Eltern mit einem positiven Gefühl in die Eingewöhnung starten. Kinder spüren sehr genau, wie ihre Eltern sich fühlen. Wer mit Zuversicht, Offenheit und Freude an die neue Situation herangeht, vermittelt seinem Kind: „Hier bist du gut aufgehoben – du wirst Spaß haben!“

Tipps für einen gelungenen Abschied:

  • Verabschiede dich klar und liebevoll – keine heimlichen „Weggeh-Momente“.
  • Vermeide lange Abschiede – das macht es für das Kind oft schwerer.
  • Zeig deinem Kind, dass du Vertrauen in mich hast – das stärkt auch sein Vertrauen.
  • Bleib während der Trennungszeiten telefonisch erreichbar.

Gemeinsam schaffen wir einen gelungenen Start in eine wunderschöne und spannende Zeit!

Mami, Papi und Ena“

Zusammenarbeit mit Eltern


Für mich ist Erziehungspartnerschaft die Basis für das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung des Kindes.
Deshalb lege ich großen Wert darauf, dass wir in einem vertrauensvollen Kontakt miteinander stehen.

Besonders wichtig ist mir, dass Eltern offen mit mir sprechen und mich über alles informieren, was das Verhalten oder das emotionale Erleben ihres Kindes beeinflussen könnte. Kinder spüren Veränderungen zuhause sehr deutlich, auch wenn sie diese vielleicht noch nicht in Worte fassen können. Für mich ist es daher sehr hilfreich zu wissen, wenn es in der Familie zu besonderen Situationen kommt – sei es Trennung, Krankheit, Schlafprobleme, ein Todesfall, ein Umzug oder andere belastende Ereignisse. Nur wenn ich Bescheid weiß, kann ich das Verhalten des Kindes richtig einordnen, angemessen reagieren und das Kind liebevoll begleiten.

Auch der tägliche kurze Austausch am Morgen ist mir sehr wichtig. So kann ich gezielt darauf eingehen, was das Kind gerade braucht – ob es vielleicht mehr Ruhe und Nähe benötigt oder bereit für neue Abenteuer ist.

Diese Offenheit gilt jedoch nicht nur in eine Richtung. Auch ich bringe den Eltern gegenüber absolute Transparenz und Ehrlichkeit mit und informiere sie über alles was für die emotionale Stabilität ihres Kindes wichtig ist.

Ich wünsche mir eine respektvolle und gleichwertige Kommunikation, in der wir uns gegenseitig zuhören und ernst nehmen.

„Hatschi“

Krankheiten bei den „Chaosmäusen“


Die Gesundheit der betreuten Kinder, meiner eigenen Familie und natürlich auch meine eigene stehen bei mir an oberster Stelle. In einer Kindertagespflegestelle, in der kleine Kinder in engem Kontakt miteinander sind, ist es ganz normal, dass Krankheiten vorkommen. Umso wichtiger ist ein achtsamer, verantwortungsvoller und transparenter Umgang damit.

Leichte Infekte und Erkältungssymptome

Kinder dürfen mit leichten Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder leichtem Reizhusten zur Betreuung kommen – sofern sie fit und belastbar sind. Das bedeutet:

  • Sie nehmen aktiv am Tagesablauf teil,
  • sind in der Lage zu spielen, zu essen und sich im Freien aufzuhalten,
  • brauchen keine außergewöhnliche Betreuung oder Ruhephasen.

Bei Durchfall, Fieber oder anderen ansteckenden Krankheiten gilt: erst nach 48 Stunden Symptomfrei, dürfen die Kinder wieder kommen.

Ein ärztliches Attest ist in der Regel nicht notwendig. Ich bin aber dankbar für eine kurze Rückmeldung zum Verlauf der Erkrankung, insbesondere bei Verdacht auf etwas Ansteckendes.

Erkrankungen in meiner Familie

Da die Betreuung in meinem Zuhause stattfindet, achte ich auch auf die Gesundheit meiner Familie.

  • Erkrankungen meiner älteren Kinder, die sich im Obergeschoss aufhalten, stellen in der Regel kein Risiko für           die Betreuung dar.
  • Sollte meine jüngste Tochter (4 Jahre alt) krank sein, prüfe ich, ob eine Betreuung trotzdem                                   verantwortungsvoll möglich ist – z.B. wenn mein Mann zu Hause ist und sich um sie kümmert.

Bei hochansteckenden oder meldepflichtigen Erkrankungen in meinem Haushalt (z.B. Scharlach, Norovirus, COVID-19) findet keine Betreuung statt – zum Schutz eurer Kinder und meiner Familie.

Wenn ich selbst krank werde:

➡️Sobald ich merke, dass ich nicht in der Lage bin, sicher und liebevoll zu betreuen, sage ich die Betreuung so früh wie möglich ab.

In manchen Fällen kann meine Kollegin Sabrina kurzfristig einspringen – sofern sie noch freie Plätze im Rahmen der gesetzlichen Obergrenzen hat. Eine Vertretung kann dort jedoch nicht garantiert werden.

Sollte ich mal länger ausfallen, besteht noch die Möglichkeit des Vertretungsstützpunktes in Pinneberg.